
Der 90-Tage-Plan für den digitalen Vertrieb im Autohaus
Kurz gesagt: In den ersten dreißig Tagen bringen Sie Ordnung in Anfragen und Zuständigkeiten, in den zweiten dreißig startet die erste eigene Kampagne mit Landingpage und Tracking, in den letzten dreißig messen Sie bis zum Termin und bauen aus. Wer diese Reihenfolge umdreht und mit Werbung beginnt, verbrennt Budget.
Digitalisierung im Vertrieb scheitert selten an der Technik und fast immer an der Reihenfolge. Es wird eine Kampagne gestartet, bevor klar ist, wer die Anfragen bearbeitet. Dieser Plan dreht das um. Er ist so angelegt, dass ein Haus ihn neben dem Tagesgeschäft schafft.
Tage 1 bis 30: Fundament
In diesem Monat wird nichts beworben. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass später keine Anfrage verloren geht.
Wie wir das für Porsche Zentren und Premium-Autohäuser umsetzen, zeigen wir auf unserer Seite Marketing für Porsche Zentren.
Alle Anfragen laufen in ein System, egal ob aus Portal, Website, Telefon oder Kampagne.
Für jede Anfrage gibt es einen Status und einen Verantwortlichen.
Die Reaktionszeit wird gemessen, zunächst reicht eine einfache Erfassung.
Es wird festgelegt, wer innerhalb welcher Frist reagiert, auch am Samstag.
Die Liste der Anfragen ohne nächsten Schritt wird einmal komplett abgearbeitet.
Allein dieser letzte Punkt bringt in vielen Häusern schon Termine, bevor ein Euro Werbebudget geflossen ist.

Tage 31 bis 60: Die erste eigene Strecke
Jetzt bauen Sie einen vollständigen Weg von der Anzeige bis zum Termin. Nicht fünf Kampagnen, sondern eine, die sauber funktioniert.
Wählen Sie ein Angebot nach Ihrem Engpass, also Leasingrate für Menge, Probefahrt für Termine oder Fahrzeugbewertung für Einkauf. Bauen Sie eine eigene Landingpage mit genau diesem Angebot und einem Formular mit drei Qualifizierungsfragen. Richten Sie das Tracking ein, sodass jede Anfrage der Quelle zugeordnet werden kann. Legen Sie fest, wer die Anfragen bekommt und innerhalb welcher Zeit anruft.
Starten Sie dann mit überschaubarem Budget und lassen Sie mindestens vier Wochen laufen, ohne täglich einzugreifen.
Tage 61 bis 90: Messen und ausbauen
Im dritten Monat geht es um Erkenntnisse, nicht um mehr Budget. Werten Sie aus, was wirklich passiert ist:
Wie viele Anfragen, wie viele erreicht, wie viele Termine, wie viele wahrgenommen
Welche Kosten pro Termin sind entstanden
An welcher Stelle brechen die meisten Vorgänge ab
Dann kommen zwei Erweiterungen dazu. Erstens die Rückmeldung der Ergebnisse an die Werbeplattform, also Termine und Verkäufe aus dem CRM, damit die Kampagne auf Käufer optimiert. Zweitens die Bestandsarbeit: Leasingenden, Servicekunden mit älteren Fahrzeugen, liegen gebliebene Anfragen aus den Vormonaten.
Am Ende des dritten Monats steht eine feste Routine: ein wöchentlicher Blick auf fünf Kennzahlen und alle zwei Wochen eine kurze Abstimmung.
Was Sie in diesen 90 Tagen nicht tun sollten
Keine neue Website starten, kein CRM wechseln, keine fünf Kanäle gleichzeitig testen. Jede dieser Entscheidungen bindet Aufmerksamkeit, die Sie für den Ablauf brauchen. Bestehende Systeme reichen fast immer aus, um in neunzig Tagen einen funktionierenden Weg aufzubauen.
Ebenfalls nicht sinnvoll: nach zwei Wochen die Kampagne bewerten. Das führt verlässlich dazu, dass etwas abgeschaltet wird, das gerade erst begonnen hat zu lernen.
Was danach kommt
Nach neunzig Tagen wissen Sie, was eine Anfrage, ein Termin und ein Verkauf in Ihrem Haus kosten. Erst mit diesen Zahlen sind Entscheidungen über Budget, weitere Kanäle oder zusätzliche Standorte sinnvoll. Vorher ist jede Ausweitung eine Wette.
Häufige Fragen
Geht das auch schneller?
Technisch ja, organisatorisch selten. Die neunzig Tage sind kein technischer Zeitplan, sondern die Zeit, die ein Team braucht, um neue Abläufe wirklich zu übernehmen.
Wie viel Zeit kostet das intern?
Rechnen Sie im ersten Monat mit etwa einem halben Tag pro Woche für den Verantwortlichen, danach mit zwei bis drei Stunden.
Was, wenn schon Kampagnen laufen?
Dann beginnen Sie trotzdem mit Monat eins. Bestehende Kampagnen laufen weiter, aber die Bearbeitung der Anfragen wird zuerst in Ordnung gebracht. Meistens steigt das Ergebnis dadurch ohne zusätzliches Budget.
Fazit
Erst Ordnung, dann Reichweite, dann Auswertung. Wer diese Reihenfolge einhält, hat nach drei Monaten einen Vertriebsweg, der ihm gehört und dessen Zahlen er kennt.
Wenn Sie diesen Plan für Ihr Haus konkretisieren möchten, sprechen Sie uns an. In der kostenlosen Potenzialanalyse legen wir die ersten dreißig Tage gemeinsam fest.