Pkw-EnVKV 2026: auf Instagram werben ohne Abmahnung

Pkw-EnVKV 2026: auf Instagram werben ohne Abmahnung

September 27, 2026•3 min read

Wann die Kennzeichnungspflicht greift

Entscheidend ist, ob Sie für ein bestimmtes neues Fahrzeugmodell werben. Zeigen Sie ein konkretes Modell im Bild oder nennen Sie es im Text, greift die Pflicht. Werben Sie dagegen allgemein für Ihr Haus, Ihre Werkstatt oder Ihr Team, ohne ein bestimmtes Neufahrzeug herauszustellen, greift sie nicht.

Für Gebrauchtwagen gelten die Vorgaben der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung in dieser Form nicht. Vorsicht ist trotzdem geboten, weil die Abgrenzung bei jungen Gebrauchten, Vorführwagen und Tageszulassungen im Einzelfall geprüft werden muss.

Infografik: Werben ohne Abmahnung, typische Fehler bei Pflichtangaben und wie es richtig geht
Infografik: Werben ohne Abmahnung, typische Fehler bei Pflichtangaben und wie es richtig geht

Welche Angaben ins Werbemittel gehören

Bei Verbrennern sind das der kombinierte Kraftstoffverbrauch und die kombinierten CO2-Emissionen nach WLTP sowie die CO2-Klasse. Bei reinen Elektrofahrzeugen treten der kombinierte Stromverbrauch und die CO2-Klasse an diese Stelle. Bei Plug-in-Hybriden kommen die Werte im entladenen Zustand und die gewichteten kombinierten Werte hinzu, entsprechend auch mehrere CO2-Klassen.

Wie wir das für Porsche Zentren und Premium-Autohäuser umsetzen, zeigen wir auf unserer Seite Marketing für Porsche Zentren.

Die Angaben müssen sich auf das konkret beworbene Fahrzeug beziehen. Eine Spanne über die ganze Baureihe reicht nur, wenn Sie tatsächlich die Baureihe und kein einzelnes Fahrzeug bewerben.

Was in der Praxis am häufigsten schiefgeht

Diese Fehler sehen wir immer wieder:

  • Die Angaben stehen nur in der Bildunterschrift, während das Video allein ausgespielt wird.

  • Der Pflichttext ist so klein oder kontrastarm, dass er auf dem Handy nicht lesbar ist.

  • Ein Link führt auf die Fahrzeugseite, die Angaben fehlen aber im Werbemittel selbst.

  • In der Story ist der Text hinter dem Profilbild oder der Antwortleiste verdeckt.

  • Das Motiv wird aus dem Feed in ein anderes Format übernommen, dabei wird der Pflichttext abgeschnitten.

Der letzte Punkt ist der häufigste. Prüfen Sie jedes Format einzeln, also Feed, Story und Reel, und nicht nur die Ursprungsdatei.

Platzierung im Rahmen der Corporate Identity

Bei Premiumherstellern gibt die Corporate Identity vor, wo Texte stehen dürfen. Bei Porsche gilt zum Beispiel, dass keine Texte auf dem Fahrzeug oder unmittelbar daneben platziert werden. Der Pflichttext gehört deshalb in eine definierte Fläche, meist am unteren Bildrand, mit ausreichendem Kontrast und in der vorgesehenen Schrift.

Das lässt sich gut vorbereiten: Legen Sie eine Vorlage pro Format an, in der die Fläche für die Pflichtangaben fest vorgesehen ist. Dann muss das Team beim nächsten Reel nur noch die Werte eintragen und nicht über die Gestaltung nachdenken.

Ein einfacher Ablauf für Ihr Team

Damit das im Alltag funktioniert, hilft eine kurze Kette. Der Verkäufer meldet, für welches Fahrzeug geworben werden soll. Das Marketing zieht die aktuellen Werte aus der Herstellerdatenbank oder dem Konfigurator. Die Werte kommen in die Vorlage. Vor der Veröffentlichung schaut eine zweite Person auf das fertige Motiv in allen Formaten. Dieser Vier-Augen-Blick dauert zwei Minuten und verhindert die meisten Fälle.

Häufige Fragen

Reicht es, die Angaben in den Kommentaren zu ergänzen?

Nein. Die Angaben gehören in das Werbemittel selbst, weil ein Kommentar nicht zwingend mitausgespielt oder gelesen wird.

Gilt das auch für organische Beiträge ohne Werbebudget?

Die Vorgaben knüpfen an Werbung an, und dazu zählen auch Beiträge auf Ihren Unternehmensprofilen, die für ein konkretes Neufahrzeug werben. Behandeln Sie organische Beiträge deshalb wie Anzeigen.

Was tun bei sehr kurzen Formaten mit wenig Platz?

Planen Sie die Fläche von Anfang an ein und arbeiten Sie mit ausreichend Anzeigedauer. Wenn Bild und Pflichttext nicht zusammenpassen, ist das Motiv das Problem, nicht die Vorschrift.

Fazit

Pflichtangaben sind kein Hindernis, sondern eine Vorlagenfrage. Wer einmal saubere Vorlagen pro Format anlegt und einen kurzen Freigabeblick einbaut, kann sein Marketing schnell halten und läuft trotzdem nicht in eine Abmahnung.

Wenn Sie Ihre Anzeigenvorlagen darauf prüfen lassen möchten, sprechen Sie uns an. In der kostenlosen Potenzialanalyse schauen wir gemeinsam auf Ihre laufenden Motive und Abläufe.

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Kerem Sivrikaya

Kerem Sivrikaya ist Gründer und Geschäftsführer von Kers Consulting. Er beschäftigt sich mit Performance-Marketing, Automotive und digitalen Vertriebssystemen für Porsche Zentren und Premium-Autohäuser.

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